Tanzorchester, Tanzband oder DJ für den Maturaball?

Eine der wichtigsten Aufgaben bei der Organisation eines Maturaballes ist die Wahl der passenden Musik. Tanzorchester, Band oder DJ – es gibt verschiedene Möglichkeiten für die Gestaltung des musikalischen Rahmens des Balles, im Beitrag erklären wir Unterschiede und Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten.

Die Entscheidung welche Musik für den Maturaball gebucht werden sollte ist wohl eine der schwierigsten. Denn die Musik eines Maturaballes muss unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden.

Zum einen sind da mal die Besucher des Balles: Eltern und Verwandte der Maturanten / Maturantinnen, Freunde der Schüler, Lehrer – und auch andere Ballbesucher. Die Musikgeschmäcker können da sehr weit auseinander liegen, und reichen von klassischer Tanzmusik über Oldies und Evergreens bis hin zu Party- und Stimmungsmusik. 
Aber auch die Schüler und Maturanten / Maturantinnen selbst möchten ihren Ball genießen, wünschen sich also oft wieder etwas andere Musik als die Ballgäste. 
Und dann ist da noch die Schule selbst die oft vorgibt, wie der Rahmen der Maturaballes sein muss. Welche Location, Art des Ballmottos, Musik etc.

Die Entscheidung welche Art Musik für den Maturaball gebucht wird ist daher keine einfache. Grundsätzlich gibt es aber Varianten: Tanzorchester, Band oder DJ. 

Tanzorchester

Ein Ball in einem klassischen, noblen Palais in der Stadt, auf der Bühne ein großes Orchester bestehend aus Streichinstrumenten und Blasinstrumenten, das Tanzmusik (Walzer, Rumba, Cha Cha, Samba, Tango usw.) darbietet. Das ist wohl die klassischte Form des Maturaballes und wohl auch für viele derartige Veranstaltungen passend. 

Ein Tanzorchester besteht dabei aus meist 15 oder mehr Musikern, als Instrumente kommen meist Streich- und Blasinstrumente, Percussions und Schlagzeug zum Einsatz. Manche Tanzorchester haben auch (E-)Gitarristen oder Keyboarder mit dabei, der Schwerpunkt liegt aber doch auf klassischer Orchesterbesetzung.
Das spiegelt sich auch in der Musik wider. Wenn besonders viel Wert auf Standardtänze gelegt wird, dann ist ein Tanzorchester ideal. Klassische Tanzmusik wie z.B. ein Walzer (Donauwalzer), Rumba usw. lassen sich eben mit der typischen Orchester-Besetzung am authentischten wiedergeben. Viele Tanzorchester interpretieren dazu auch bekannte Oldies und Evergreens, manchmal auch modernere Popsongs in der Art eines Orchesters – also mit Schwerpunkt auf Streich- und Blasinstrumenten. Manchmal kommen dazu auch Gitarren oder Keyboardsounds zum Einsatz, eher aber als Ergänzung. Den typischen Sound einer Popband darf man sich von einem Tanzorchester aber nicht erwarten.

Soll der Ball also das Flair einer klassischen Ballveranstaltung des 19. oder beginnenden 20. Jahrhunderts haben, und legt man besonders viel Wert auf Standardtänze und Tanzmusik, dann ist ein Tanzorchester ideal.
Beachten sollte man aber auch, dass ein Tanzorchester wesentlich mehr Platz als ein DJ oder eine Liveband benötigt. Im großen Palais oder einer Veranstaltungshalle ist das kein Problem, kleinere Locations könnten aber zu wenig Raum für den Aufbau eines Tanzorchesters bieten. 
Außerdem sind die Kosten für ein Tanzorchester höher als die für eine Band oder einen DJ, da ja wesentlich mehr Musiker mitwirken.

 

Tanzband

Bands gibt es in den unterschiedlichsten Formationen und Stilrichtungen. Ab 3 Personen spricht man von einer Band, die meisten Bands bestehen aber aus 4-6 Musikern, in manchen Coverbands wirken aber auch 7 oder 8 Musiker mit. So unterschiedlich wie die Formationen sind auch die Stilrichtungen. Von der Tanzband (mit breit gefächertem Repertoire von Oldies, Tanzmusik und Popsongs bis modernen Charthits) bis hin zu Bands die ein spezielles Musikgenre bedienen (Blues, Jazz, Samba, Austropop etc.) ist fast alles möglich.

Meist ist für einen Maturaball aber eine Tanzband die optimale Wahl. Tanzbands bieten eine Songauswahl die von Oldies über Pop und Austropop bin hin zu Stimmungs- und Partymusik reicht. Dazu haben Tanzbands auch Standardtänze im Programm, können also den Wunsch nach dem  Donauwalzer am Beginn des Balls genauso erfüllen wie „Narcotic“ oder andere Partyhits zu späterer Stunde. 
Bei größeren Coverbands sind immer auch 1 oder 2 Gitarristen mit dabei, damit können also auch Rocksongs perfekt interpretiert werden – ideal für die Party nach Mitternacht.

Die Größe der Tanzband richtet sich nach Budget, Location und Art der gewünschten Musik. Je mehr Musiker, umso mehr Instrumente und umso breiter das musikalische Spektrum. Coverbands mit 6 oder mehr Musikern können von klassischer Tanzmusik bis Rock á la AC/DC sehr viel abdecken, benötigen dafür aber auch größere Bühnen. Zudem nutzen sie meist umfangreiches Bühnenquipment (Ton- und Lichtanlagen), das sie entweder selbst besitzen (das erhöht die Gage der Band), oder das vom Veranstalter gestellt werden muss. Und das erhöht für die Maturanten / Maturantinnen die Kosten und den Organisationsaufwand, da dafür extra eine Firma für Veranstaltungstechnik engagiert werden muss.

Besser für Maturabälle geeignet sind meist kleinere Bands, 4 oder 5 Musiker sind in der Regel ausreichend. Das Repertoire dieser Bands ist im Vergleich zu größeren Coverbands nicht wirklich weniger umfangreich, dafür sinkt der Platzbedarf, die Anforderungen an das Equipment und dementsprechend sind auch die Kosten dieser Bands geringer. 
Das Musikangebot reicht von Standardtänzen bis hin zu Popsongs und Partymusik, es können also die Wünsche der meisten Besucher abgedeckt werden.

DJ

DJs für Maturabälle haben mehrere Vorteile: Sie haben den geringsten Platzbedarf (ein DJ arbeitet meist immer alleine), dadurch sind die Kosten geringer, und ein DJ kann (fast) jeden Musikwunsch erfüllen. Denn auch wenn Bands oder Orchester oft ein sehr umfangreiches Repertoire an Musikstücken anbieten können, ein DJ kann auf tausende oder noch mehr Songs zurückgreifen. Ein Walzer nach dem anderen, 5 Stunden nur klassische Tanzmusik, Charts-Party zu später Stunde oder ausgefallene Schlager – mit einem DJ sind der Variabilität der Musik keine Grenzen gesetzt.

Ein DJ kann allerdings nie dieses Liveerlebnis bieten das Bands oder Tanzorchester bieten. Gerade auf Maturabällen erwarten die Besucher aber in der Regel Livemusik, also echte Musiker auf der Bühne. Daher sind DJs bei Maturabällen im Ballsaal auch eher die Ausnahme, dafür werden sie sehr oft für die Party im Diskosaal gebucht. Dort wird vom DJ dann auch keine Tanzmusik, nur Partymusik und Songs aus den Charts gefordert.

Welche Musikvariante sollte man nun für den Maturaball buchen?

Es kommt immer auf den Geschmack der Maturanten / Maturantinnen, der Schule, der Lehrer und der Ballbesucher an. Grundsätzlich kann man aber sagen: will man dass der Ball das Flair eines klassischen Balls der alten Schule hat, evtl. auch in einem noblem Palais abgehalten wird, genügend Platz vorhanden ist und ausreichend Budget für die Musik zur Verfügung steht, dann ist ein Tanzorchester die richtige Wahl.
Sollen die Kosten für Musik im Rahmen bleiben, die Maturaballlocation bietet vielleicht nicht ganz so viel Platz und es soll aber dennoch ein breites musikalisches Spektrum abgedeckt werden, dann bucht man eine Tanzband.
Ist für eine Band zu wenig Platz, möchte man aber dennoch verschiedenste Musikanforderungen erfüllen, dann sollte ein DJ engagiert werden. In der Regel sind DJs für vom Ballsaal abgetrennte Bereiche (Disko, Partybereich, Bars usw.) besser geeignet.